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Der Barbershop-Gesang nimmt in der A-cappella-Szene eine Sonderstellung ein, denn neben seinen strengen Regeln ist er genau genommen auch die einzige A-cappella-Musik, die einen eigenen Musikstil darstellt (alle anderen A-cappella-Musiken tun dies nicht. Sie unterscheiden sich von „normaler“ Musik lediglich dadurch, dass sie nicht instrumental sondern mundgemacht sind). Ihren Ursprung hat die Barbershop-Musik Ende des 19. Jahrhunderts in den Südstaaten. Während die Leute beim Barbier auf das Frisieren warteten, fingen sie an selber mehrstimmig Melodien zu singen, die sie bei musikalischen Darbietungen aufgeschnappt hatten. Die Revelers (Vorbilder der Comedian Harmonists) sind eine der bekannten amerikanischen Gruppen der ersten Stunde. Traditionell wird close harmony (das sind dicht aneinander liegende Harmonien) im Quartett gesungen. Es ist genau vorgegeben, wie ein Arrangement aussehen muss, dabei bringt der Dominant-Septakkord den typischen Barbershop-Klang. Die Stimmen sind aufgeteilt in Tenor („Verzierung“), Lead (Melodie), Bariton (Akkorde) und den Bass (Fundament). Es gibt ein Grundrepertoire an Liedern, das Weltweit jeder Barbershopper kennt (z.B. „Somewhere over the rainbow“, „ I got rhythm“ oder „Stars fell on Alabama“). Gesungen wird wie oben beschrieben traditionell im Quartett (die „Königsklasse“) oder in Chören, jeweils streng in weiblich und männlich aufgeteilt. Erst seit kurzem gibt es auch gemischte Ensembles. Barbershop-Gesang ist Obertonmusik in Reinkultur, entstehend durch möglichst genaue Abstimmung von Vokalen, Tonabständen und Lautstärke unter den vier Stimmen. Typisch sind auch die sogenannten Tags: die Schluss-Töne, die z.T. sehr ausschweifend und harmonisch anspruchsvoll ausgeschmückt werden. In Deutschland sind die Gruppen und Chöre im Verband Bing (Barbershop in Germany) organisiert, der auch die sehr zu empfehlenden alle zwei Jahre stattfindenden Deutschen Meisterschaften ausrichtet. Mich selber hat nach einer kleinen Eingewöhnungsphase diese intensive Musik in ihren Bann gezogen und begeistert.
Eigentlich bin ich kein Freund von DVDs. Aber es gibt einige (A-cappella)-Künstler, die ihr Schaffen nur auf diesem Medium speichern. Das möchte ich Ihnen dann nur ungern vorenthalten. Und natürlich ist es auch sehr spannend, dem Dargebotenen mal visuell folgen zu können
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